Open Relay (Offenes Relay)
Ein Open Relay nimmt E-Mails von beliebigen Absendern an und leitet sie weiter. Warum das ein Sicherheitsrisiko ist und wie Sie es erkennen.
Was ist ein Open Relay?
Ein Open Relay ist ein E-Mail-Server, der so konfiguriert ist, dass er Nachrichten von jedem Absender an jeden Empfänger annimmt und weiterleitet, selbst wenn keiner von beiden zur eigenen Domain des Servers gehört.
In den Anfangstagen des Internets waren Open Relays üblich, denn Mailserver waren darauf ausgelegt, Nachrichten frei weiterzureichen. Heute ist diese Konfiguration jedoch eine gravierende Sicherheitslücke. Spammer und Angreifer missbrauchen Open Relays, um große Mengen unerwünschter oder bösartiger E-Mails zu versenden und dabei oft die wahre Herkunft ihrer Kampagnen zu verschleiern.
Deshalb sind die meisten modernen Mailserver als geschlossene Relays konfiguriert: Sie akzeptieren ausgehende Nachrichten nur von autorisierten Nutzern oder Domains.
So funktioniert ein Open Relay
Ein Open Relay erlaubt jedem im Internet, den Server als Zwischenstation für die E-Mail-Zustellung zu nutzen. Ein Beispiel:
- Ein Spammer verbindet sich mit dem Relay und übergibt eine Nachricht, angeblich „von“
fakebank.com, anvictim@example.com. - Das Open Relay prüft die Autorisierung des Absenders nicht und nimmt die Nachricht an.
- Das Relay leitet sie an den Mailserver des Empfängers weiter, sodass sie scheinbar aus einer legitimen Quelle stammt.
Da die IP-Adresse des Servers in der Zustellkette erscheint, landet die Domain oder IP des Open Relays häufig auf Blacklists. Das beschädigt die Reputation des Absenders und verhindert die Zustellung legitimer E-Mails.
Open Relays werden außerdem genutzt, um:
- Den tatsächlichen Standort des Angreifers zu verschleiern
- Spam- oder Phishing-Kampagnen zu starten
- Malware oder betrügerische Inhalte zu versenden
- Gefälschte E-Mails zu verbreiten, die eine grundlegende Filterung umgehen
Die Risiken eines Open Relays
Der Betrieb eines Open Relays setzt Ihre Domain und Ihr Netzwerk erheblichen Risiken aus. Zu den Folgen gehören:
- Reputationsschaden: Ihre IP-Adresse oder Domain kann von großen Anbietern wie Google und Microsoft auf eine Blacklist gesetzt werden.
- Verlust an Zustellbarkeit: Selbst legitime E-Mails Ihrer Organisation können blockiert oder in den Spam-Ordner verschoben werden.
- Ressourcenmissbrauch: Angreifer können Ihren Mailserver überlasten, was zu Leistungsproblemen oder Ausfällen führt.
- Rechtliche Risiken: In manchen Rechtsordnungen drohen Strafen, wenn Open Relays ermöglicht oder nicht abgesichert werden.
Administratoren können mit Tools wie telnet, nmap oder speziellen Online-Relay-Checkern auf Open-Relay-Schwachstellen testen und sicherstellen, dass Mailserver unautorisierte Absender ablehnen.
Open Relays und DMARCeye
Während sich DMARCeye auf die Sichtbarkeit der Authentifizierung konzentriert (SPF, DKIM und DMARC), zeigen sich Open-Relay-Probleme oft indirekt durch auffällige Versandaktivitäten in DMARC-Berichten.
Zeigen die IP-Adressen Ihrer Domain ungewöhnlich hohe Mengen an nicht authentifiziertem oder durchfallendem Verkehr, kann dies darauf hindeuten, dass:
- Ein Mailserver in Ihrer Infrastruktur fälschlich als Open Relay konfiguriert ist.
- Unautorisierte Systeme in Ihrem Namen senden.
DMARCeye hilft, diese Muster aufzudecken, indem es visualisiert, woher Nachrichten stammen und wie sie bei Authentifizierungsprüfungen abschneiden. Durch die Verknüpfung dieser Daten können Sie potenziellen Relay-Missbrauch schnell erkennen und stoppen, bevor er Zustellbarkeit oder Vertrauen beschädigt.
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Um mehr über DMARC und verwandte Begriffe zu erfahren, besuchen Sie das DMARCeye-Glossar.