SIDF (Sender ID Framework)
SIDF (Sender ID Framework) war Microsofts Erweiterung von SPF. Wie das Protokoll funktionierte und warum SPF, DKIM und DMARC es abgelöst haben.
Was ist SIDF (Sender ID Framework)?
SIDF (Sender ID Framework) ist ein von Microsoft entwickeltes E-Mail-Authentifizierungsprotokoll, das Spoofing und Phishing verhindern sollte. Es wurde als Erweiterung von SPF (Sender Policy Framework) konzipiert und nutzt DNS-Einträge, um zu überprüfen, ob eine E-Mail-Nachricht von einem autorisierten Mailserver einer bestimmten Domain stammt. SIDF ist heute weitgehend obsolet, spielte aber eine wichtige Rolle in der frühen Entwicklung domainbasierter Authentifizierungsstandards.
Wie SPF sollte SIDF gefälschte Absenderadressen eindämmen, indem es die IP-Adresse des sendenden Mailservers validierte. Es erweiterte jedoch die Funktionalität von SPF, indem es sowohl den Envelope-Absender (die während der SMTP-Übertragung verwendete Adresse) als auch den sichtbaren From-Header (die dem Nutzer angezeigte Adresse) analysierte. Damit sollte nicht nur überprüft werden, wer die Nachricht technisch gesendet hat, sondern auch, wer sie gesendet zu haben scheint.
So funktioniert SIDF
SIDF überprüft die Identität des Absenders, indem es ähnlich wie SPF im DNS einen TXT-Eintrag abfragt. Diese Einträge beginnen üblicherweise mit v=spf1 oder spf2.0. Der empfangende Mailserver vergleicht die IP-Adresse des Absenders mit der autorisierten Liste im DNS-Eintrag.
Beispiel für einen Sender-ID-Eintrag:
example.com. IN TXT "spf2.0/pra ip4:192.0.2.0/24 -all"In diesem Eintrag:
spf2.0/pragibt die Protokollversion und den Prüfumfang an (PRA steht für Purported Responsible Address, die überprüfte Header-Adresse).ip4:192.0.2.0/24listet die autorisierten Absender auf.-allweist Empfänger an, Mails aus allen anderen Quellen abzulehnen.
Stimmt die IP-Adresse des sendenden Mailservers mit einem autorisierten Absender im Eintrag der Domain überein, gilt die SIDF-Validierung als bestanden. Andernfalls wird die Nachricht als fehlgeschlagen markiert und je nach Richtlinie des Empfängers gefiltert oder abgelehnt.
Grenzen und Vermächtnis von SIDF
Trotz des Ziels, SPF zu verbessern, stand SIDF vor mehreren Problemen. Das gravierendste war die Inkompatibilität mit dem bestehenden SPF-Standard. Viele Organisationen mussten sich entscheiden, ob sie getrennte SPF- und SIDF-Einträge pflegen oder Validierungskonflikte riskieren wollten. Zudem führte der SIDF-Ansatz, die Purported Responsible Address (PRA) zu prüfen, häufig zu inkonsistenten Ergebnissen, wenn Nachrichten Weiterleitungssysteme oder Mailinglisten durchliefen.
Bis Ende der 2010er-Jahre hatten die meisten Mailbox-Provider und E-Mail-Sicherheitssysteme SIDF zugunsten von SPF, DKIM und DMARC aufgegeben. Diese neueren Protokolle boten ein besseres Alignment zwischen Absenderidentität und Nachrichtenauthentifizierung und machten eine separate Sender-ID-Validierung überflüssig.
SIDF wird zwar nicht mehr aktiv unterstützt, doch das Verständnis des Protokolls liefert historischen Kontext für die Entwicklung der E-Mail-Authentifizierung. Es war einer der ersten Versuche, sichtbare Absenderinformationen mit technischen Authentifizierungsdaten zu verknüpfen, und ebnete den Weg für moderne Standards wie DMARC.
SIDF und DMARCeye
DMARCeye konzentriert sich auf aktuelle Authentifizierungsprotokolle wie SPF, DKIM und DMARC. Die Analyse-Engine kann jedoch weiterhin Legacy-Einträge wie SIDF erkennen, die noch im DNS liegen. Solche veralteten Konfigurationen können Verwirrung stiften oder kleinere Kompatibilitätsprobleme verursachen, wenn sie bestehen bleiben.
DMARCeye markiert alte oder ungenutzte SPF2.0-Einträge und hilft Administratoren, ihr DNS auf moderne Standards zu bringen. Wenn die Authentifizierung ausschließlich auf SPF, DKIM und DMARC beruht, können Organisationen die Mail-Validierung vereinfachen und die Zustellbarkeit verbessern, ohne Konflikte mit Legacy-Protokollen.
Prüfen Sie Ihren eigenen SPF-Eintrag:
Registrieren Sie sich für die kostenlose Testversion von DMARCeye und schützen Sie Ihre E-Mail-Domain.
Um mehr über DMARC und verwandte Begriffe zu erfahren, besuchen Sie das DMARCeye-Glossar.